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Kiew
Kiev Kyiv
Einst die Wiege des alten Rußland
- heute die Hauptstadt der unabhängigen Ukraine.
Hat man Moskau und St.Petersburg schon besucht, so gibt es eine logische
Fortsetzung in dieser Reihe: nämlich Kiew, ehemals die Nummer 3
in der alten Sowjetunion. Einer der letzten Staatsbesuche eines westlichen
Staatsoberhauptes fand hier in Kiew statt: Präsident Mitterand traf sich
im Dezember 1990 mit Gorbatschow um zu sehen, ob sich noch irgendetwas gegen
die kommende deutsche Einheit machen läßt.
Und was Mitterand kann, wollte ich eigentlich auch schaffen -
nämlich Kiew besuchen.
Habe dazu allerdings bis zum September 2000 gebraucht.
Na ja, und ein Staatsbesuch war es auch nicht.
Im Jahre 2000 hatte ich eine Menge Urlaub abzufeiern.
Mein China-Besuch dauerte
den ganzen Juli und noch ein wenig mehr, im August war ich eine Woche in
Moskau,
und im September dann zum allerersten Mal in Kiew. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben.
Wenn ich jetzt im Sommer 2002 endlich diesen Text schreibe, steht gerade der vierte Besuch
bevor.
Natürlich hat Kiew nicht sooo viele Sehenswürdigkeiten wie Moskau,
und auch kein so schrilles Nachtleben. Aber Kiew ist auch nicht ohne.
Und es wimmelt noch nicht von so vielen westlichen Touristen wie in Moskau oder gar
St. Petersburg. Die meisten westlichen Ausländer, die man hier trifft, sind
zum Arbeiten da. Als Location Scouts von McDonald's, Benetton oder Gucci, als
Vertreter von Autoherstellern, Brauanlagen oder chemischen Reinigungen oder ganz
schlicht als Personal von Fluggesellschaften und Botschaften. Denn hier gibt
es Botschaften fast aller Länder, seitdem die alten Männer an der Spitze
der Ukraine am 24.08.1991 die Unabhängigkeit
von der alten Sowjetunion erklärten.
Das geschah interessanterweise unmittelbar nachdem der Putsch vom 21.08.1991
in Moskau gescheitert war mehr dazu ....
Kiews Geschichte fängt aber viel früher an.
Das allernötigste in wenigen Sätzen sei gestattet.
Wen es nicht interessiert, der gehe einfach weiter zu den Tipps.
In einem griechischen Text erstmals 559 erwähnt und im 9.Jahrhundert jedenfalls
schon dicht besiedelt, wurde im 11.Jahrhundert eine Legende aufgeschrieben,
nach der einst auf einem Hügel am Fluß von den Geschwistern Ky, Schtschek,
Khoryv (alles Brüder) und Lybid (die Schwester) eine Stadt gegründet
und nach dem ältesten Bruder benannt wurde. Kiew war in alter Zeit Kreuzungspunkt
eines wichtigen Ost-West- und Nord-Süd-Handelsweges. Über Oleg, einen
Abkömmling des legendären Warägerfürsten Rurik, liest man in einer
alten Chronik: „.... und Oleg ließ sich in Kiew nieder und sprach: Kiew soll die Mutter
der russischen Städte werden. Und es waren bei ihm Waräger und Slawen und alle,
die sich Rus nannten ....“. Das war im Jahre 882. Der nächste große Schritt
war die Einführung des Christentums als Staatsreligion unter Vladimir I. (980 - 1015,
ukr.: Volodomir). Die Nestorchronik beschreibt die Ereignisse von 988 im Zusammenhang
mit der Religionsentscheidung sehr plastisch. Schon bald danach siedelten sich in
der Nähe der alten Stadt die ersten christlichen Eremiten an. Aus diesen
Ansiedlungen entstand die Pecherska Lavra,
die lange Zeit eine geistige Führungsrolle
in der osteuropäischen Christenheit einnahm.
Der große Einschnitt kam 1240. Die Mongolen überschwemmten die südrussischen
Steppen und zerstörten Kiew. In den folgenden beiden Jahrhunderten
begann das damals kleine Moskau den anderen alten Städten den Rang abzulaufen.
Die Moskauer Zaren waren geschickter im Arrangement mit den Mongolen und später
in der Auseinandersetzung gegen die Mongolen. Kiew kam unter die Herrschaft des
Großfürstentums Litauen und ab 1569 an Polen. Ab dem 17.Jahrhundert entwickelte
sich Widerstand gegen die Herrschaft der Polen. Im Jahre 1654 suchte
Bohdan Chmelnitzky mit dem Vertrag von Perejaslav
den Beistand Moskaus gegen die Polen
und tauschte so die polnische Herrschaft gegen die Moskauer Herrschaft ein.
1708 wurde Kiew Gouvernementshauptstadt im russischen Reich und 1934 Hauptstadt
der ukrainischen Sowjetrepublik (bis 1934 war das Kharkov).
Im zweiten Weltkrieg wurde Kiew stark zerstört.
Vom 20.09.1941 bis 06.11.1943
waren deutsche Truppen in der Stadt. Schon wenige Tage nach der Eroberung 1941 geschah
eines der großen Nazi-Verbrechen: in der Schlucht von Babyn Yar wurden
Zehntausende Kiewer Juden ermordet.
Das Geld der unabhängigen Ukraine. Nach dem desaströsen Tscherwonez
wurde 1996 die neue Griwna eingeführt. Sie hält sich sehr gut.
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Eingang zur Pecherska Lavra
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