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Das KatharinenklosterAusflug in den Sinai, Februar 2002Auf einer Hochebene eng zwischen dem Katharinenberg und dem Mosesberg liegt das Katharinenkloster auf einer Höhe von 1570 m. Es ist das älteste Kloster der Christenheit. Es ist griechisch orthodox und der Abt wird durch den Patriarchen von Jerusalem eingesetzt. Schon im vierten Jahrhundert verbanden viele Christen der frühen Jahre das Wandeln auf biblischen Pfaden mit der Suche nach Selbstfindung durch die Einsamkeit der Wüste und ließen sich an diesem Ort nieder. Hier soll Gott durch den brennenden Dornbusch zu Moses gesprochen haben, und auf dem Berg nebenan soll der Achtzigjährige die 10 Gebote empfangen haben. Im Jahre 327 pilgerte Kaiser Konstantin mit seiner Mutter Helena hierher. Im Jahre 527 wurde auf Veranlassung des Kaisers Justinian das heutige Kloster mit seinen 15 m hohen Mauern gebaut. Zur damaligen Zeit lebten bis zu 400 Mönche hier. Heute sind es genau 25, davon 20 aus Griechenland. Das Kloster besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen alter Ikonen und alter Handschriften überhaupt. Normalen Sterblichen ist die Bibliothek aber nicht zugänglich. Na ja, welcher Tourist liest schon Altgriechisch, Aramäisch, Altpersisch und Arabisch ? Namenspatron des Klosters ist die heilige Katharina von Alexandria, ein junges Mädchen aus gutem Hause, klug, gebildet und schön. Zur Zeit der Christenverfolgung Anfang des 4-ten Jahrhunderts versuchte sie Kaiser Maximanus zu bekehren. Sie wurde enthauptet. Aus ihrer Leiche soll kein Blut sondern Milch geflossen sein. Ein Stück der Säule, an der sie gefesselt war, soll sich heute im Kloster befinden. Außerdem gibt es noch einen - inzwischen ausgetrockneten - Brunnen, von dem schon Moses getrunken haben soll (Moses ist keine historische Figur !). Die hohen Mauern des Klosters zeigen, daß sich die Mönche hier nicht richtig sicher fühlten. Ab 622 bildeten sie eine einsame christliche Insel inmitten eines islamischen Ozeans. Angeblich besaßen sie aber einen vom Propheten Mohammed persönlich ausgestellten Schutzbrief, der sich wohlwollend daran erinnerte, daß er hier vor seiner Religionsgründung einmal gut aufgenommen wurde. Im elften Jahrhundert bauten sie innerhalb der Klostermauern eine kleine Moschee, um den besonders blutrünstigen Kalifen Al Hakim zu besänftigen.
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